Der Einsatz neuer Medien am Otto-Hahn-Gymnasium

Der Einsatz neuer Medien ist aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Auch der private Bereich wird immer stärker von einem – in Teilen kritisch zu betrachtenden – Medienkonsum beeinflusst.

Am Otto-Hahn-Gymnasium sollen die Schülerinnen und Schüler den Computer als wichtiges Hilfsmittel für den Unterricht kennen-, aber auch als Unterrichtsgegenstand verstehen lernen. Zu diesem Zweck werden Computer einerseits im Fachunterricht an geeigneten Stellen eingesetzt, andererseits die Schüler gezielt im Umgang mit dem Computer in eigens dafür eingerichteten Kursen geschult. Dies soll die Schüler zu einem qualifizierten, aber auch kritischen Einsatz neuer Medien hinführen.

Medienschulung außerhalb des Fachunterrichtes

Klasse 5

In Jahrgang 5 werden alle Schüler am OHG im Rahmen eines verbindlichen Computerführerscheins in den Umgang mit dem schulischen Rechnernetz eingeführt. Darüber hinaus werden grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Office-Programmen vermittelt, die die Schüler für den Einsatz dieser Programme im Unterricht benötigen. Aus dem Bereich Informatik erwerben die Schüler im Rahmen dieses Computerführerscheins auch ein Basiswissen zum Thema Computertechnik und Netzwerke, das sie befähigen soll, sich nach Bedarf tiefergehende Fertigkeiten selbst anzueignen.

Um das Bewusstsein des Schüler zu stärken, dass sie nicht nur Rezipienten, sondern auch Akteure sind, und um sie für ihre Selbstwirksamkeit im Netz, insbesondere in sozialen Netzwerken zu sensibilisieren, finden jährlich zwei Workshops statt. In diesen Workshops agieren ältere Schüler (aus den Jahrgängen 9 bis 12) als SchülerMedienTrainer*innen - also als Fachleute, die die Belange der jüngeren Schülerinnen und Schüler aus eigener Erfahrung kennen. Hier werden soziale Fragestellungen thematisiert und beantwortet. Dazu gehören ganz unterschiedliche Fragen, z.B. Wie verhalte ich mich als Teilnehmer in sozialen Netzwerken? Was kann ich im Falle von Ärger tun? An wen kann ich mich wenden?... aber auch praktische Tipps wie die Erstellung eines sicheren Passworts gegeben, rechtliche Fragen wie das Recht am eigenen Bild geklärt. Und natürlich gehen die SchülerMedienTrainer*innen auch auf individuellen Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler ein.

In regelmäßigen Abständen finden Elternabende für die Eltern jüngerer Jahrgänge statt, in denen über die jüngsten Entwicklungen im Internet und den sozialen Netzwerken informiert und vor allem praktische Hilfestellungen gegeben werden.

Klasse 6

Zwei Workshops, angeleitet von unseren SchülerMedienTrainer*innen, begleiten die Schüler der Jahrgangsstufe 6 durch das Schuljahr. Diese Workshops sind als Fortführung der Workshops der Jahrgangstufe 5 konzipiert und konzentrieren sich auf Inhalte und Interessen des 6. Jahrgangs.

Über die Selbstwirksamkeit und das Verhalten in sozialen Netzwerken hinaus wird ein besonderer Schwerpunkt auf rechtliche Aspekte und Stolperfallen gelegt, die durch das Internet entstehen. Das Verhalten im Falle von Cybermobbing, was passiert beim Cybergrooming und ein sensibles Verhalten mit den eigenen Daten (Wem sollte ich was über mich verraten? Wie gehe ich mit Bildern um?...) werden in den Workshops thematisiert. Denn nur wer sich der Gefahren bewusst ist, kann diese auch vermeiden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den Workshops auf YouTube & Co, denn hier gibt’s auch jede Menge Wissenswertes, was beim Umgang mit den Plattformen helfen kann.

In regelmäßigen Abständen finden Elternabende für die Eltern jüngerer Jahrgänge statt, in denen über die jüngsten Entwicklungen im Internet und den sozialen Netzwerken informiert und vor allem praktische Hilfestellungen gegeben werden.

Klasse 7

Da im Fachunterricht ab Klasse 7 beim Erstellen von Präsentationen, Referaten und Texten vermehrt PC-Kenntnisse benötigt werden, werden hier die in Klasse 5 erworbenen Inhalte aufgefrischt und vertieft. Die Schüler erstellen strukturierte Dokumente mit einer Textverarbeitung, gestalten kriterienorientiert Präsentationen und fertigen Mind-Maps mit einem Zeichenprogramm an.

Ein weiterer Workshop der SchülerMedienTrainer*innen zu diversen Themen wie Onlinespiele, Abofallen und Suchtverhalten ergänzen die Workshops der beiden unteren Jahrgänge.

In regelmäßigen Abständen finden Elternabende für die Eltern jüngerer Jahrgänge statt, in denen über die jüngsten Entwicklungen im Internet und den sozialen Netzwerken informiert und vor allem praktische Hilfestellungen gegeben werden.

Pilotprojekt Notebookklasse

Seit dem Schuljahr 2018/19 findet am Otto-Hahn-Gymnasium ein Pilotprojekt zum Thema "individuelle digitale Endgeräte" statt, die, wie im "Masterplan Digitalisierung" der Landesregierung dargestellt, in Zukunft vermutlich eine größere Rolle spielen werden.

Nach den aktuellen Kerncurricula werden digitale Medien insbesondere für die Recherche, Präsentation, das Erstellen von Praktikumsberichten sowie das Verfassen der Facharbeit benötigt. Ferner werden grafikfähige Taschenrechner und digitale Wörterbücher verwendet, deren Fähigkeiten evtl. durch ein einheitliches Endgerät subsumiert werden könnten.

Somit nimmt das Erstellen von Texten am digitalen Endgerät am Gymnasium eine zentrale Stellung ein, und daher hat sich das Otto-Hahn-Gymnasium, im Gegensatz zu vielen anderen Schulen, gegen IPads (mit denen man sich zusätzlich in eine Herstellerabhängigkeit begeben würde) und für kleine, leichte Notebooks entschieden. Was die Software betrifft wird ausschließlich Open-Source-Software eingesetzt, um auch hier unabhängig von Herstellern und offen zu bleiben.

Die Schülerinnen und Schüler sammeln intensiv Erfahrungen mit Textverarbeitung, Internetrecherchen, Arbeiten auf unserer Lernplattform Moodle, digitalen Schulbüchern (die auch das Gewicht der Schultasche reduzieren!) und multimedialen Anwendungen. So wurde etwa der Informationsfilm zum Musikzweig komplett von Schülern dieser Klasse konzipiert, gedreht und (inclusive Greenscreen-Technik) auf den Geräten geschnitten.

Cloud und Lernplattform

Für die bequeme Synchronisation von Daten zwischen allen Plattformen verwendet das Otto-Hahn-Gymnasium eine auf eigenen Servern laufende Installation der Plattform Nextcloud. Für die Bereitstellung digitaler Unterrichtsinhalte hingegen wird die bewährte Lernplattform Moodle eingesetzt (ebenfalls auf einem schuleigenen Server). Hier ist eine übersichtlichere Darstellung und mehr Interaktivität möglich als mit einer reinen Dateiablage.

Moodle ermöglicht unter anderem das Anbieten von Foren, Umfragen, Materialien, Lehrfilmen und Wikis für alle Lerngruppen. Ferner steht eine intuitiv zu bedienende App für Mobilgeräte zur Verfügung.

Einsatz von Medien im Fachunterricht

Mathematik

Im Fach Mathematik haben die Schüler die Gelegenheit, geometrische Konstruktionen mit einer dynamischen Geometriesoftware (GeoGebra) zu erstellen. Der Einsatz eines Computeralgebrasystems wird seit Einführung des Taschenrechners TI-NSpire CAS üblicherweise nicht mehr am Computer durchgeführt.

Musik

Für das Arrangieren und Komponieren eigener Musikstücke ist im schulischen Rechnernetz das Programm „MuseScore“ installiert.

Kunst

Im Fach Kunst können die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit der digitalen Fotografie sowie mit Bildbearbeitungsprogrammen (wie z.B. Gimp) kennen lernen.
Darüber hinaus werden zum Teil (besonders im Kunstunterricht des 10. Jahrgangs) praktische Übungen im Umgang mit dem Medium Film durchgeführt. Dabei kann einerseits das Drehen mit einer digitalen Filmkamera sowie andererseits das Schneiden mit dafür geeigneten Computerprogrammen (wie z.B. Magix) kennen gelernt werden. Auch filmtheoretische Fähigkeiten und Kenntnisse (im Besonderen zur Bedeutung der Montage) können im Kunstunterricht (z.B. im EA-Kurs im Zusammenhang mit dem Thema "Zeit im Bild" oder auch in der 10. Klasse) vermittelt werden.

Informatik

ab Klasse 5: Robotik AG
Klasse 7 – 9: WPU Informatik (technisch-naturwiss. Profil)
Klasse 10: Informatikkurs, Voraussetzung für die Belegung eines EA oder GA-Kurses in der Oberstufe
Oberstufe: GA und EA Kurse in Zusammenarbeit mit den anderen Göttinger Gymnasien (Stadtleiste)