Gedenkstättenfahrt

Kultur(haupt)stadt Weimar

Im Gedenken an den antisemitischen und menschenfeindlichen Genozid des NS-Regimes haben wir, die Klasse 10E, vom 15.-17. Januar die europäische Kulturstadt Weimar besucht. Die Schwerpunkte lagen vor allem beim Kennenlernen der Stadt wie ihrer Geschichte sowie der Aufklärung zu den Konzentrationslagern und der Leiden, die die betroffenen Menschen ertragen mussten.

Ein Bild von diesen schrecklichen Ereignissen konnten wir uns beim Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald machen. Dort haben wir neben den geschichtlichen Hintergründen auch einen tiefen Einblick in den Alltag der Gefangenen und die tägllichen Qualen gewinnen können. Wir haben uns die Zellen anschauen dürfen, in welchen mehrere hundert Gefangene gefoltert wurden. In den jeweiligen Zellen stehen die Namen verschiedener Opfer und die Art, wie sie starben.

Das Eingangstor der Konzentrationslagers Buchenwald

Diese Beschreibungen setzten uns schlimme Bilder in den Kopf und die allgemeine Atmosphäre war danach sehr gedrückt. Besonders mitgenommen haben uns dabei die persönlichen Geschichten der Gefangenen, die man sich im Museum anhören kann. Sie beschreiben die Personen, ihr Leben und  - bei den meisten - leider auch den Tod im Konzentrationslager. Herzzerreißende Geschichten, wie die eines jungen sowjetischen Soldaten und Lehrers, der nie zu seiner Verlobten zurückkehren konnte, bleiben im Kopf und sorgen auch nach dem Besuch für Nachdenken.

Neben dem Besuch des Konzentrationslagers hat die 10E einen Stadtrundgang gemacht, der die wichtigsten historischen Personen der Stadt, wie Goethe oder Schiller zum Thema hatte, wie auch ihr Wirken in der Stadt und außerhalb. Das Dichterpaar prägt heute noch die klassische deutsche Literatur und einige der bedeutendsten Werke der deutschen Kultursammlung.

Gefängniszellen, in denen die Gefangenen nie das Tageslicht sahen

Wir erfuhren auch über das Wirken von Anna Amalia, die durch die Gründung der ersten Bibliothek der Stadt Weimar zu Wichtigkeit in Deutschland und Europa verhalf. Ihre Gründung eines Künstler-Treffs in ihrem Witwen-(Wittums-)Palais Weimar brachte viele wichtige Literaten, Künstler und  Wissenschaftler hervor. Die Werke dieser Künstler und ihre zeitgeschichtliche Bedeutung wurde in einem Seminar besprochen, das anhand des Beispiels "Wilhelm Tell" zeigte wie die Nationalsozialisten Schillers Person und seine Werke für ihre Zwecke missbrauchten.

Wie es überhaupt zu der Macht der Nationalsozialisten kam, in welchen Krisen das deutsche Reich steckte und wieso die Weimarer Republik und mit ihr die erste Demokratie Deutschland scheiterte, vertieften wir in verschiedenen Museen Weimars.

Rückblickend konnten wir viel aus dem Besuch Weimars mitnehmen, die theoretischen schulischen Fakten jetzt auch mehr verstehen und ein besseres allgemeines Bild der Zeit der Weimarer Republik sowie des "Dritten Reichs" entwickeln.

Stadtrundgang mit der Klassik Stiftung Weimar

Vor allem der Besuch des Konzentrationslagers ist wichtig für die Klasse, da heute viele nicht besonders aufgeklärt sind über die Qualen, die die Gefangenen wirklich hatten, eben weil das kein schulisch besprochener Stoff ist. Es ist ein sehr bedrückendes Thema, aber hat einigen sicher gezeigt, wie unangebracht es ist, diese Zeit zu vergessen und wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit zu befassen, um daraus zu lernen. Genau das ist der Schlüsselpunkt dieser Gedenkstättenfahrt gewesen, die Fehler der ersten deutschen Republik, ihre Folgen und was wir daraus lernen.

von Brian Thomä

Unser Seminar mit der Klassik-Stiftung Weimar

Die Möbel aus Schillers Wohnhaus wurden im KZ nachgebaut.

vor Schillers Wohnhaus

So viel Kultur macht natürlich hungrig :-)

 

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