Indienfahrt

Unterwegs in Indien

Diesen Oktober sind 17 Schülerinnen und Schüler zusammen mit Frau Aßmann, Frau Hajgato und Herrn Eismann nach Nordindien aufgebrochen. Am Flughafen in Neu-Delhi angekommen, ging es für uns mit dem Bus etwa fünf Stunden direkt nach Jaipur, der Hauptstadt von Rajasthan. Nach dem Frühstück im Hotel starteten wir zu unserer ersten Sightseeing-Tour.

Mit einem Tuk-Tuk ging es zum berühmten Hawa Mahal, den sogenannten „Palast der Winde“. Wir trafen auch zum ersten Mal auf Affen und erlebten den dichten Verkehr und die laute Atmosphäre Jaipurs. In den nächsten Tagen besichtigten wir weitere beeindruckende Tempel und Paläste.

Unsere zweite Station war Pushkar, einer deutlich kleineren und ruhigeren Stadt, was viele von uns als angenehme Abwechslung empfanden. Dort waren wir im Gästehaus einer unglaublich herzlichen und zuvorkommenden Familie untergebracht. Auch in Pushkar erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm: Neben einem Trommelkurs stand der Besuch einer Schule des Projekts Fior di Loto auf dem Programm. Dieses Projekt unterstützt Frauen und Mädchen aus ärmeren Familien (https://www.fiordilotoindia.org/de/).

Ein besonderes Erlebnis war außerdem eine Kamelsafari durch die Halbwüste, bei der wir den Sonnenuntergang bei einer Tasse Chai genießen konnten. Auch eine Puja, ein hinduistisches Ritual zur Verehrung der Götter, darf in Pushkar nicht fehlen. Diese fand am Ufer des heiligen Sees statt, wobei unter anderem Reis, Zucker und Blüten als Opfergaben dargebracht wurden. Für uns alle war dies eine besonders eindrucksvolle und schöne Gelegenheit, die indische Kultur und ihre religiösen Traditionen näher kennenzulernen.

Unsere Reise ging weiter nach Tilonia, ein kleines Wüstendorf in Rajastan. Hier verbrachten wir unsere nächsten Tage im Barefoot-College, dies ist eine Organisation, welche die nachhaltige Entwicklung in der ländlichen Region Rajasthans durch vielfältige Projekte vorantreibt(https://barefoot.college/). Wir hatten die Gelegenheit, uns die verschiedenen Arbeitsstationen in Kleingruppen genauer anzusehen und eine Abendschule der Organisation zu besuchen. Dies sind Schulen, die Kindern am Abend die Möglichkeit einer Schulbildung bieten, da sie tagsüber den Eltern bei der Arbeit helfen müssen.

Auf unseren nächsten Stop in Agra waren wir alle sehr gespannt, da dort eines der neuen Weltwunder zu finden ist. Der Taj Mahal beeindruckte uns mit seinem symmetrischen Aufbau und seiner faszinierenden Geschichte. Diese einzigartige Grabstätte aus indischem Mamor durften wir bei Sonnenaufgang bewundern.

Danach ging es mit dem Zug und dem Geländewagen nach Kausani im Bundesstaat Uttarakhand. Am Rand des Himalaya Gebirges auf knapp 2000 Metern Höhe verbrachten wir einige Tage in dem schönen Bergdorf. Dort besuchten wir mehrfach den Lakshmi-Ashram, eine Art Wohngemeinschaft und Schule für junge Mädchen im Alter zwischen 8 und 22 Jahren, mit welchem das OHG schon seit Jahrzehnten verbunden ist. Sie versorgen sich zum Großteil selbst, indem sie vormittags kochen, im Kuhstall, im Haushalt und Garten arbeiten und vieles mehr. Während unseres Aufenthaltes haben wir sie dabei einige Tage unterstützt und knüpften so neue Kontakte. Das Besondere an diesen Erfahrungen war der authentische Einblick in ihr tägliches Leben und die Mädchen persönlich kennenzulernen, die uns sehr herzlich empfangen haben.

Außerdem nutzten wir die Gelegenheit und wanderten einen Tag lang durch die atemberaubende Berglandschaft bis in die Nachbarstadt Bajjnath.

Unsere letzten vier Tage verbrachten wir in Delhi, der Hauptstadt Indiens mit ca. 30 Millionen Einwohnern. Zum Glück gab es entgegen unserer Befürchtungen keine großen Einschränkungen aufgrund der Proteste der sogenannten Kakerlakenbewegung.

So besuchten wir am Samstag nach einer Stadtrundfahrt die Jama Masjid, die größte Moschee des Landes und einen vergoldeten Sikh-Tempel, wo uns dann jeweils den Religionen entsprechend Kleidung zur Verfügung gestellt wurde.

Weitere Sehenswürdigkeiten waren das India Gate, ein Denkmal für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges, der Qutb Minar und der Lotustempel, die uns alle sehr beeindruckten.

Darüber hinaus erhielten wir einen Einblick in das Hope Project (https://hope-project.de), in dem zahlreiche Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnisses Zugang zu Bildung erhalten und unterstützt werden.

In unserer Freizeit waren wir in kleinen Gruppen viel unterwegs, vor allem auf Märkten. Darunter war auch der Chandni Chowk, ein riesiger und zentraler Straßenmarkt mit dem größten Gewürzemarkt Asiens. Am einem Abend besuchten wir noch ein musikalisches Theaterstück über das Leben Ramas.

Nach drei sehr ereignisreichen Wochen in Indien ging unsere Reise mit einem Nachtflug Richtung Frankfurt zu Ende. Erschöpft aber voller außergewöhnlicher Erinnerungen für ein Leben erreichten wir Göttingen.

 

von Franziska S. , Katharina H., Thalia R. und Tina B.

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