Jazzaholics

Die OHG-Bigband feiert Geburtstag

Wie die Zeit vergeht...

Wie die Zeit vergeht, erkennt man als Lehrer am besten daran, dass die Schüler gefühlt immer ungefähr gleich alt bleiben, man selbst aber immer älter wird. So beschrieb Burkhard Fabian sein Gefühl, wenn er sich vergegenwärtigt, dass die OHG-Bigband in diesem Jahr 20 Jahre alt wird. Als Leiter der "Jazzaholics" der "mittleren" Jahre war er von 1999 bis 2005 für die Band verantwortlich, nun kam er am 18. März 2017 mit seiner Berliner Schulbigband "Major 7" zum großen Jubiläumskonzert an seine alte Schule zurück.

Wer sich mit Musik auskennt, weiß, dass sie die Gefühle des Menschen auf unaussprechlich chliche Weise anspricht: sie begeistert, langweilt, erfrischt, reißt mit, lässt einen träumen, versetzt einen in andere Sphären und Stimmungen. Bei vielen Zuhörern des ersten Konzertteils war schon bei den ersten Stücken von "Major 7" ein zufriedenes und entspanntes Grinsen zu erkennen. So waren viele Swingklassiker wie z.B. "St. Louis Blues" oder "In the mood" zu hören, die einen großen Wiedererkennungswert in sich tragen.

 

Für eine Schulband aus Berlin Pankow durfte natürlich auch der Klassiker von Udo Lindenberg "Sonderzug nach Pankow" in Anlehnung an Glenn Millers "Chattanooga Choo Choo" nicht fehlen, das von dem Sänger Elias Schockel gewitzt und ausdrucksstark dargeboten wurde.

Vor der Pause wartete dann noch ein besonderes Spektakel auf die Zuschauer: ein Schlagzeugsolo des Berliner Schlagzeugers Finn Seemann, während dem die übrige Band von der Bühne ging, sich ein kühles Getränk gönnte, um dann nach 10 Minuten für einen letzten gewaltigen Akkord wieder zurück zu kehren.

Den zweiten Teil des Konzerts gestaltete die Jubiläumsband, die nun im zwölften Jahr von Christian Preuninger geleitet wird. Nach dem kraftvollen Eröffnungsstück "Flashpoint", bot die Band die Vokalnummer "Everything" dar, die von Nina Paul mit viel Gefühl zum Klingen gebracht wurde. Der Swing führt in Mitteleuropa bedauerlicherweise ein Schattendasein. Um das zu ändern, streuen die OHG-Jazzer des öfteren eine oder mehrere Swingnummern ein: diesmal war dies Sammy Nesticos "Hay Burner", was von dem fachkundigen OHG-Publikum äußerst positiv aufgenommen wurde.

 

Eine Besonderheit hatten auch die "Jazzaholics" zum Ende des Konzerts zu bieten: zunächst dirigierte Marc Häsner "Sir Duke", ein extrem anspruchsvolles Stevie-Wonder-Stück. Da es auch langjährigen Ensembleleitern großen Spaß bereitet, selbst in einer Bigband zu spielen, übernahm Christian Preuninger den Altsaxophonpart bei "Sir Duke" und Marc Häsner das Klarinettensolo in "Moonlight Serenade".

Burkhard Fabian sorgte bei dem letzten Stück der Band dafür, dass das Publikum seinen Einsatz "Pennsylania 6-5000" nicht verpasste. Dieses Stück hatte bereits die erste Jazzaholics-Formation von 1997 gespielt und auf CD verewigt.

Bei der Zugabe wurde es abschließend bei der Funknummer "Chamäleon" noch einmal richtig laut: die beiden Bigbands spielten zusammen mit den anwesenden Ehemaligen Sebastian Nowak, Lena Cziommer und Fabian Haller. Die Zuschauer bedankten sich bei allen Beteiligten mit lang anhaltendem Applaus.

"Ohne diesen Mann wären wir heute alle nicht hier"

Besonders erfreulich war an diesem Abend auch, dass der Gründer der OHG-Bigband Marc Budenz extra aus Köln angereist war. Nach Auslandsaufenthalten in Mexiko und Costa Rica unterrichtet er nun an einer Kölner Schule die Fächer Englisch sowie Biologie und wurde von den Zuschauern völlig zurecht gefeiert. Mit in seine neue Wahlheimat nimmt Marc die vier CDs der "Jazzaholics", ein nagelneues Band-T-Shirt und jede Menge nette Eindrücke von einem gelungenen, stimmungsvollen Konzertabend.

Zuletzt: Darf man eigentlich ein Konzert in Anlehnung an das Wahlkampfmotto eines Präsidenten, dessen Werte man zutiefst verabscheut "Let's make Jazz great again" nennen? Im Nachgang ist man ja manchmal klüger: vielleicht wäre "JAZZ WE CAN" das bessere Motto für dieses Konzert gewesen..

Das GT berichtet:

GT vom 20.03.2018

Jubiläumskonzert mit Gästen aus Berlin am 18.3.

Sollten Sie auf dem Bild keinen der Musiker/innen erkennen, ist das nicht weiter verwunderlich. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1997 und zeigt die erste Formation der „Jazzaholics” mit ihrem Leiter und Gründer Marc Budenz. Dieser hatte die Band als Referendar am OHG ins Leben gerufen und aus dem Stand eine tolle Formation entwickelt, die Auftritte in und außerhalb der Schule hatte und sogar eine CD („Addicted to Jazz”) produzierte.

Als die Zeit von engagierten Jazzers Marc Budenz am OHG endete, trat 1999 mit Burkhard Fabian ein Leiter in Erscheinung, der in seiner Ära die Band zu einem stilistisch vielseitigen und sich durch einen kraftvollen Sound auszeichnenden Klangkörper formte. Auch aus dieser Zeit stammen zwei ausgezeichnete CD-Produktionen, die ein für eine Schulbigband erstaunliches Niveau zeigen.

Seit 2005 wird die Band nun von Christian Preuninger geleitet und hat sich in über 60 Konzerten in und um Göttingen einen Namen gemacht. Unter anderem waren die „Jazzaholics” mehrfach beim Göttinger Jazzfest, bei Preisverleihungen, Jubiläumsveranstaltungen und Abiturentlassungen zu hören. Auf den CDs „De Funk Motel” sowie „Addicted to Music” wurden einige musikalische Highlights aus dieser Phase festgehalten.

Ein 20-jähriges Jubiläum muss natürlich gefeiert werden. Aus diesem Grunde wird es am 18. März 2017 ab 18 Uhr in der Oberen Pausenhalle des Otto-Hahn-Gymnasiums ein großes Jubiläumskonzert geben, zu dem nicht nur die aktuelle Band und die ehemaligen Leiter in Erscheinung treten werden, sondern auch viele ehemalige Mitglieder der vergangenen 20 Jahre sowie Burkhard Fabians aktuelle Bigband „Major 7”. Diese reist extra aus Berlin an und wird bei dem Konzert mit Gershwins „An American in Paris” den ersten Teil bestreiten, die „Jazzaholics” werden mit ihrem neuen Programm die zweite Hälfte gestalten.

Am Ende soll voraussichtlich ein gemeinsames Stück mit den Musikern beider Formationen und den anwesenden Ehemaligen gespielt werden. (Ohrstöpsel nicht vergessen!)


GT vom 13.03.2017

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