Prix liberté
Verleihung des Prix liberté am OHG
(gib.) Der Prix liberté zum zweiten Mal in Göttingen und zum ersten Mal ein französischer Star: Camélia Jordana spricht und singt mit 100 Schülerinnen und Schülern über Gleichberechtigung, Rassismus und das Leben
Demokratie, Menschenrechte, Umweltschutz, Gleichberechtigung… – der Prix liberté wird jährlich von 15 bis 25-jährigen Jugendlichen an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die sich durch ihren Einsatz für die Freiheit auszeichnen. Der Preis wird von einer Kooperation des Landes Niedersachsen und der Région Normandie in Frankreich ausgelobt und durch die Regionale Landesschulbehörde und Antenne Métropole Metropolregion vom Institut français durchgeführt.
Der Schulleiter des Otto-Hahn-Gymnasiums, Herr Jan Weber, begrüßte alle Anwesenden herzlich und wies auf die für die Neuzeit durch die Französische Revolution in die Welt getragene, wesentliche Bedeutung der Freiheit – liberté – die gerade heute besonders von Jugendlichen als hohes Gut unterstützt und verteidigt wird und werden sollte. Die Bedeutung der Verleihung eines Freiheitspreises durch Jugendliche weltweit – es nehmen mehr als 80 Länder an der Wahl teil – wurde sowohl von der Europaministerin Niedersachsens, Frau Melanie Walter, als auch vom Vizepräsidenten der Region Normandie, Herr Bertrand Deniaud, besonders hervorgehoben. Herr Deniaud verwies zudem auf das besondere, Freiheit und Frieden bringende Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich hin, das gerade durch die Treffen und Verbindungen zwischen den Jugendlichen beider Länder besonders gefördert und überhaupt erst ermöglicht wurde. Herr Deniaud beeindruckte alle Anwesenden durch seine größtenteils auf Deutsch vorgetragene Rede – die anwesenden Schülerinnen und Schüler, alle Französischlernende, wussten dies besonders zu schätzen!
Im Anschluss folgte dann der Höhepunkt der Veranstaltung. Herr Johannes Wilts, Vertreter des Landes Niedersachsens bei der EU in Brüssel, moderierte und übersetzte das Gespräch mit der französischen Sängerin und Schauspielerin, Camélia Jordana, die alle sofort mit ihrer Offenheit und Herzlichkeit in ihren Bann zog. Nach einem kurzen einführenden Interview bekamen die anwesenden Schülerinnen und Schüler des Felix-Klein- und Otto-Hahn-Gymnasiums aus Göttingen die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Und davon machten sie rege Gebrauch! Als öffentliche Person wurde sich Camélia Jordana schon recht früh bewusst, dass ihre Äußerungen etwas auslösen können und Gewicht haben, nachdem sie einen Shitstorm über sich ergehen lassen musste, da sie in einem Interview von Polizeigewalt gesprochen hatte, die sich oft insbesondere gegen maghrebinische Menschen in Frankreich richtete (ausgelöst damals durch einen aktuellen Fall). Als Folge dieses Ereignisses wurde sie sich ihrer Wirkung und ihrer Möglichkeiten noch bewusster und versucht seitdem auch, durch ihre künstlerische Arbeit Diskussionen anzustoßen bzw. wichtige Ideen, insbesonders zur Gleichberechtigung von Mann und Frau, zur Sprache zu bringen. Zitat: Le pouvoir des mots, de mes mots… (Die Macht der Worte, meiner Worte…). Besonders berührend war zum Abschluss die a cappella vorgetragene Variante ihres Superhits Fragile und das zusammen mit den Anwesenden gesungene Lied Femmes, in dem es um Solidarität und den gemeinsamen Kampf für die Gleichberechtigung von Mann und Frau geht!
Bevor es zur Abstimmung über den den diesjährigen prix liberté kam, wurden in kurzen Filmbeiträgen die Finalisten vorgestellt. Diese sind:
China Labor Watch, eine Organisation, die sich für gerechten Lohn und menschenwürdige Verhältnisse für Arbeiter und Arbeiterinnen in der chinesischen Textilindustrie engagiert.
Matiullah Wesa führt eine Organisation, die sich in Afghanistan unter schwierigsten Bedingungen für die Schulbildung von Mädchen auch nach ihrem 12. Lebensjahr einsetzt, trotz des Verbotes durch die Taliban.
Nemonte Nenquimo, eine Waori-Angehörige aus dem Amazonasgebiet Ecuadors, die sich gegen die Ausbeutung ihrer Heimat durch den Staat engagiert und damit versucht, den Lebensraum eines indigenen Volkes zu schützen und zu erhalten.
Das Voting der Schülerinnen und Schüler bildete einen aktiven und spannenden Abschluss der Veranstaltung – wir sind alle gespannt, wer den Preis gewinnen wird.
Vive la liberté!
