Mehr als ein Wettbewerb, mehr als Schule: Jugend debattiert am OHG

"Soll am OHG eine Schuluniform eingeführt werden?" -"Sollen Schülerinnen und Schüler bis zum Schulabschluss gratis öffentliche Verkehrsmittel nutzen dürfen?" -"Soll an allgemeinbildenden Schulen die handwerkliche Ausbildung gefördert werden?"

Nur drei Streitfragen von vielen: Jede dieser Fragen lässt sich begründet bejahen oder verneinen, denn jede zu fällende Entscheidung birgt Pro- und Kontraargumente in sich. Diese Fertigkeit, eine Streitfrage von beiden Seiten aus zu betrachten und dann Position zu ergreifen, vermittelt Jugend debattiert.

Jugend debattiert ist seit 2004/05 Teil des Unterrichts am Otto-Hahn-Gymnasium. Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie ein Thema durchdringen, Argumente sammeln und schließlich im Gespräch ihren Standpunkt begründen bzw. die Gegenposition hinterfragen. Anliegen dieses als Bundeswettbewerb angelegten Unterrichts ist es, Heranwachsende in die Lage zu versetzen, reflektiert eine eigene Meinung zu bilden und diese zu aktiv vertreten: Gefördert werden das kritische Denken, die Neugier für gesellschaftliche Themen, das Einstehen für Werte und die offene demokratische Auseinandersetzung mit konträren Meinungen. Die inhaltliche Durchdringung von Fragen und Themen und die methodischen Übungen bieten allen, die diese Ausbildung durchlaufen, mehr als nur Wettbewerbschancen und auch mehr als nur üblichen Schulunterricht: Jugend debattiert macht fit für den Alltag.

Jugend debattiert wird in verschiedenen Unterrichtsformaten am OHG angeboten: Gebunden am hausinternen Curriculum, erlernen und erproben Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 im Klassenverbund – zumeist im Deutschunterricht, aber auch fächerübergreifend –das Debattieren. Dieses findet entweder im laufenden Unterricht im ersten Halbjahr oder aber im Rahmen eines zweieinhalbtägigen Kompaktseminars auf dem Hohen Hagen statt. Darüber hinaus bietet die AG Jugend debattiert seit 2005 interessierten wie motivierten Schülerinnen und Schülern die Chance, sich direkt für den Wettbewerb vorzubereiten; Crashkurse sind ebenfalls im Angebot. Dass das Debattieren keine Ein-Mann-Show, sondern ein Teamwettbewerb ist, zeigt sich in den schulinternen Trainingstagen, zu denen alle Qualifikanten vor dem Schulentscheid eingeladen werden.

Das OHG freut sich über die Leistungen seiner Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen Jahren nicht immer wieder nur auf Regional- und Landesebene überzeugen konnten, sondern darüber hinaus auch wiederholt an der Bundesendrunde in Berlin teilnehmen durften. Wie ist es also mit Dir? Wie wäre es, unseren Bundespräsidenten, der Schirmherr dieses Wettbewerbs ist, im Bundesfinale in Berlin kennenzulernen?

Mehr Informationen unter https://www.jugend-debattiert.de/idee oder sprich direkt Deine Deutschlehrerin bzw. Deinen Deutschlehrer oder unseren Schulkoordinator für Jugend debattiert, Herrn Jaek, an.

Wettbewerbe 2017/18

Bundesfinale

(jk.) Jugend debattiert legt in seinen Regeln fest: Platz eins und Platz zwei qualifizieren sich direkt für die nächste Runde, Platz drei muss sich als Nachrücker bereithalten, so einer der beiden Erstplatzierten ausfallen sollte. Dieses geschieht aber in aller Regel sehr selten, weshalb sich Tammo Kratzin nach seinem dritten Platz im Landesfinale in Hannover darauf eingestellt hatte, die letzten Tage seiner Schulzeit entspannter angehen zu können. Aber es kam nun ganz anders.

Aufgrund einer unglücklichen Kollision mit einem anderen, sehr wichtigen Termin musste der ebenfalls aus Göttingen stammende Landessieger Christian Zochowski (Hainberg-Gymnasium) Prioritäten setzen und trat zugunsten von Tammo von dem Start in Berlin zurück. Tammo, der sich zu diesem Zeitpunkt noch im Urlaub in Frankreich aufhielt, wurde per Email informiert; gleichzeitig warfen seine Unterstützer hier in Göttingen die Recherchemaschine an, um ihm in seiner nun kürzeren Vorbereitungszeit angemessen helfen zu können. Mit im Team waren u.a. Till Koch, unser Vorjahresfinalist, sowie Laura Sue, die 2008 ebenfalls für unser OHG an der Bundesendrunde teilgenommen hatte und nun als studierte Juristin fachkundig helfen konnte.

Die Streitfragen waren brisant und forderten viel Nachdenken ein, um aus den erworbenen Sachkenntnissen Strategien für die zu leistende Überzeugungskraft zu entwickeln. Auch die Technik der Gesprächsfähigkeit und die Fertigkeit, alles in einer angemessenen wie zielgerichteten Sprache darstellen zu können, wollten überdacht und eingeübt werden: In den beiden Qualifikationsrunden galt es zu erörtern, ob Deutschland Wegwerfprodukte aus Plastik verbieten soll und ob die Organentnahme nur bei Widerspruch ausgeschlossen sein soll. Tammo zeigte in diesen beiden Runden, die am Freitag, den 15. Juni 2018, im nh-Hotel Alexanderplatz in Berlin stattfanden, überzeugende Kenntnisse und Fertigkeiten, da aber die Konkurrenz dank der ihr besseren Vorbereitung – u.a. das Landessiegerseminar, an dem alle Landessieger Mitte Mai teilgenommen hatten - einen Qualitätsvorteil abrufen konnten, wurde es schwierig, in die Finaldebatte vorzudringen. So endete die unverhoffte Verlängerung unserer 13. Saison am Freitagabend, ohne dass wir allzu mit dem Schicksal hadern mussten. Die am nächsten Tag, den 16. Juni 2018, stattgefundenen Finaldebatten waren wunderbare Beispiele für den Bundeswettbewerb Jugend debattiert. Zu sehen sind diese Debatten übrigens auf YouTube. Die Finaldebatte der Altergruppe 2 über die Streitfrage, ob der Ramadan bei Schulveranstaltungen zu berücksichtigt werden soll, gehört übrigens zu den besten Debatten, die Jugend debattiert bislang vorzuweisen hat: SEHENSWERT!

Ein sehr fröhliches Wiedersehen feierten übrigens Herr Jaek und Herr Steymans, denn letzterer war von 2002 bis 2005 am OHG in Herrn Jaeks 11. Klasse bzw. in dessen nachfolgenden Leistungskurs Geschichte. Herr Steymans ist nach seinem Studium der Germanistik und Geschichte heute Lehrer am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart und trägt dort als Regionalkoordinator für Stuttgart Verantwortung für das Gelingen von Jugend debattiert.

Dieser Saisonausklang mit der siebten Endrundenteilnahme eines OHG-Debattanten hat schon jetzt wieder die Vorfreude auf die im August beginnende neue Saison geweckt: Ihr seid herzlich eingeladen, Euch aktiv einzubringen und an diesem tollen Wettbewerb teilzunehmen.

Finaldebatten

(bt.) Am 30. Januar 2018 ging das Finale von "Jugend debattiert" für den Regionalverbund Göttingen über die Bühne – und die war nicht zu klein. Im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses trafen die vier Bestplatzierten beider Altersgruppen aus dem Regionalverbundswettbewerb, der am Vortag im OHG stattfand, aufeinander. Begrüßt wurden sie von den Ratsfrauen Wiebke Günzler (CDU) und Frauke Bury (SPD) sowie Herrn Sönke Jaek in seiner Funktion als „Chef“ des Regionalverbundes Göttingen.

Qualifiziert fürs Finale der Altersgruppe 1 hatten sich Berit Sonnabend (Paul-Gerhard-Schule Dassel), vor Elisa Granciano (MPG), Jonas Margraf (MPG) und Luzie Nolte (HG). Sie debattierten die Frage: Soll Videoüberwachung auf Bahnhöfen mit automatisierter Gesichtserkennung ausgestattet werden?

Alle vier Finalisten lieferten sich ein spannendes Duell, in dem Jonas Margraf als erster und Elisa Granciano als zweite Siegerin hervorgingen.

In der Altersgruppe 2 lieferten sich Max Blessin (MPGH), Lennard Stopler (HG), Tammo Kratzin (OHG) und Christian Zochowski (HG) eine hochkarätige und mitunter süffisant-unterhaltende Debatte um die Streitfrage, ob Toiletten im öffentlichen Raum grundsätzlich Toiletten ohne Geschlechteraufteilung sein sollen?

Hier setzte sich Max Blessin vor Tammo Kratzin durch. Alle Sieger (aber auch die Dritt- und Viertplatzierten, die einspringen werden, sollte jemand ausfallen) müssen sich jetzt auf das Landesfinale vorbereiten, das für beide Altersgruppen Mitte März im Niedersächsischen Landtag in Hannover stattfindet.

Bleibt zu hoffen, dass auch in diesem Jahr ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin aus dem Regionalverbund Göttingen Landessieger wird und das Ticket für das Bundesfinale löst. Zehn haben es bis dato geschafft, zwei kamen in die Endrunde, in das große Finale, das im Beisein des Bundespräsidenten ausgetragen wird. Diese beiden waren Marlén Schiche (2006) und im Vorjahr Till Koch – beide vom OHG und vielleicht schafft es ja diesmal Tammo: Daumen drücken!!

Entscheid im Regionalverbund

(bt.) Zum 13. Mal stand der Regionalentscheid für den bundesweiten Wettbewerb "Jugend debattiert" unter der Leitung von Herrn Sönke Jaek, Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen an, zum insgesamt 15. Mal, seit es den Wettbewerb in Göttingen gibt. Die Erfolgsbilanz dieses Regionalverbundes ist beeindruckend, denn inzwischen konnten sich zehn Schülerinnen und Schüler als Landessieger für den Bundesentscheid in Berlin qualifizieren!

Frau Engels betonte in ihrer Begrüßung als Gastgeberin, wie hoch der Stellenwert dieses Wettbewerbs eigentlich einzuordnen ist; auf der offiziellen homepage des Wettbewerbs werde als Grund für seine Wichtigkeit angegeben, "... was Leistung, Fairness und Ausdauer bedeuten, wie wichtig und letztlich doch relativ Erfolge sind, und dass es vor allem um eins geht: dabei zu sein, dran zu bleiben und eigene Grenzen zu überschreiten."

Für Frau Engels selber zeichnet sich der Wettbewerb besonders dadurch aus, "dass hier auf hohem Niveau und nach klaren Regeln ein echter inhaltlicher Diskurs stattfindet. Dies sei umso bedeutsamer in einer Zeit, in der wir einerseits einer schwer zu strukturierenden und häufig schwer zu verifizierenden Informationsflut ausgesetzt sind, und in der Stammtischparolen allzu leicht öffentlich geäußert werden, vielleicht, weil es so einfach ist, sich medial lautstark und oft undifferenziert zu äußern."

Robert Walter aus der Klasse 6m, jüngster Teilnehmer in der Debattier-AG von Herrn Jaek, hatte die Ehre, die Reihenfolge der zu debattierenden Fragen zu ziehen.

Zum Regionalverbund Göttingen gehören neben den fünf Göttinger Gymnasien auch das Corvinianum Northeim (Corvi), die Paul-Gerhard-Schule Dassel (PGS) und das Eichsfeld Gymnasium Duderstadt (EGD). Sie schickten jeweils zwei Schülerinnen und Schüler jeder Altersstufe ins Rennen.

In der Altersstufe 1 (Jahrgangsstufe 8 – 9) wurde zunächst die Frage, ob Läden auch an Sonntagen öffnen dürfen, debattiert. In der zweiten Runde ging es um die Frage, ob in öffentlichen Grünanlagen Sportgeräte für die Allgemeinheit aufgestellt werden sollen? Hier siegten – und qualifizierten sich damit für die Finaldebatte am morgigen Tag im Neuen Rathaus – Berit Sonnabend (PGS), vor Elisa Granciano (MPG), Jonas Margraf (MPG) und Luzie Nolte (HG). Sie werden im Finale die Frage debattieren: Soll Videoüberwachung auf Bahnhöfen mit automatisierter Gesichtserkennung ausgestattet werden?

In der Altersstufe 2 (Jahrgänge 10 – Q2) debattierten die Schülerinnen und Schüler die Fragen, ob Gewalttaten gegen kommunale Amts- und Mandatsträger härter bestraft werden sollen sowie die Frage, ob in stark belasteten Großstädten Diesel-Fahrverbote verhängt werden sollen?

Für das Finale qualifizierten sich Max Blessin (MPG), Lennard Stopler (HG), Tammo Kratzin (OHG) und Christian Zochowski (HG). Sie werden in der Finaldebatte die Frage debattieren, ob Toiletten im öffentlichen Raum grundsätzlich Toiletten ohne Geschlechteraufteilung sein sollen?

Die Finaldebatten beginnen morgen, am 30. Januar ab 16.00 Uhr im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses – die Veranstaltung verspricht hochkarätige Debatten, ist eintrittsfrei und öffentlich – also nichts wie hin!!!

Schulentscheid

(bt.) "Wir sind im 13. Jahr von Jugend debattiert am OHG" – mit diesen Worten begrüßte Herr Jaek die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und alle Zuschauer, die am Freitagnachmittag den Weg in die D2-Ebene gefunden hatten.

Auch Frau Engels betonte in ihrer Begrüßungsansprache, wie sehr sie sich über das Engagement der Schülerinnen und Schüler freue, über diesen Wettbewerb, der so erfolgreich – auch für die Schule – sei. Jeder und jede, ganz egal wie das Ergebnis am Ende ausfalle, habe schon gewonnen, denn man könne hier sehr viel für die eigene Persönlichkeitsentwicklung mitnehmen.

In der Altersstufe II, also Klasse 10 bis Q2, sah die Teilnehmerzahl sehr mau aus (Skikompaktkurs, Abistress, diverse Konzerte kollidierten mit dem Termin) und somit hatten sich Tammo Kratzin und Sarah Borcherding quasi von allein für das Regionalverbundfinale qualifiziert. Dennoch lieferten sich die beiden eine – erstmals ausgetragene – Zuschauerdebatte, die in der Pause zwischen den beiden Runden der Altersstufe I (8. – 9. Klasse) ausgetragen wurde. Es ging um die Streitfrage: "Soll der Verkauf von Süßigkeiten im OHG verboten werden?" Es war eine Debatte auf sehr hohem Niveau und das Publikum votierte knapp für Tammo, der somit Schulsieger in der Altersklasse II vor Sarah wurde.

Herr Jaek konnte zudem einen ganz besonderen Gast begrüßen: Till Koch. Er hatte es im letzten Jahr bis ins Bundesfinale von Jugend debattiert geschafft und dort den vierten Platz belegt. Till konnte den Teilnehmern wertvolle Tipps geben und ließ es sich auch nicht nehmen, in den Jurys mitzuwirken.

In der ersten Runde der Altersstufe I wurde die Frage, ob "Klassenarbeiten anonymisiert geschrieben werden sollen?" debattiert. Nach der Pause stand die zweite Runde an, in der es um die Frage ging: "Soll die Fünfminutenpause am OHG wieder eingeführt werden?"

Von den 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten sich am Ende Amelie Siebert (9c) als Schulsiegerin und Mathilda Walliser (8b) vor Daria Leßner (9m) und Jan Söder (9d) durchsetzen. Amelie und Mathilda sind damit qualifiziert für das Regionalverbundfinale, das am 29. Januar im OHG stattfindet. Daria und Jan müssen sich aber auch vorbereiten und springen ein, wenn einer von den beiden oder ein anderer aus den anderen Schulen ausfallen würde.

Wir drücken die Daumen und laden die Schulöffentlichkeit ein, am 29. Januar ab 14.00 Uhr im OHG die spannenden Regionalverbunddebatten zu besuchen.

 

Wettbewerbe 2016/17

Till Koch erreicht Platz vier im Jugend-debattiert-Bundesfinale in Berlin (19.06.2017)

Harte Debatten um Grundeinkommen, Social Bots und Optionspflicht

(jk.) Eigentlich hätte er am Freitagmorgen in der Lokhalle die Abiturfeierlichkeiten erleben und sein Abiturzeugnis erhalten sollen: Während in Göttingen gefeiert wurde, vertrat Till Koch am Freitag, den 16.6.17, in den beiden Qualifikationsdebatten des Bundesentscheides Jugend debattiert souverän seinen Standpunkt. Bei der Streitfrage „Soll in Deutschland ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden? " plädierte er zugunsten dieser Grundsicherung und forderte Chancengleichheit ein, die Voraussetzung für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung sei. In der nachmittäglichen Debatte um die Frage, ob in der öffentlichen Kommunikation soziale Bots eingesetzt werden sollen, wies er die weitere Verbreitung von sozialen Bots unter Hinweis auf die Verfassung und die Fremdsteuerung der politischen Willensbildung strikt zurück.

Am späten Nachmittag war dann die Freude groß: Till hatte sich als Viertbester für das Finale am nächsten Tag qualifiziert. Nach zwei Stunden Grillfest, das zu Ehren der 64 Landessiegerinnen und –sieger, der vielen ehemaligen Bundessiegerinnen und -sieger, der Regional- und Landeskoordinatoren sowie der Vertreter von Stiftungen und Ministerien gegeben wurde, setzten sich die vier Finalistinnen und Finalisten zusammen, um die große Finaldebatte gemeinsam vorzubereiten und die Aufgaben und Fragestellungen abzustecken. Kurz vor Mitternacht fand der ereignisreiche Wettkampftag sein Ende, während in Göttingen der Abiball tobte.

Die Finaldebatte, die am Samstagmittag im großen Saal der Urania vor über 500 Gästen stattfand und sogar via Livestream ausgestrahlt wurde, kreiste um die Streitfrage, ob die Optionspflicht für Mehrfachstaatsangehörige wieder eingeführt werden soll. Die Optionspflicht, die Pflicht für Einwandererkinder, sich ab dem 23. Lebensjahr für eine der beiden Staatsangehörigkeiten zu entscheiden, erwies sich als anspruchsvolles wie aktuelles Thema, das kontrovers debattiert und kommentiert wurde. Schlussendlich sah die hochkarätige Jury unter der Leitung von Frau Maischberger Till auf dem vierten Platz, was in Anbetracht der Leistungsdichte der vier Debattantinnen und Debattanten in Ordnung geht.

 

Die Platzierung in den Top 6 seiner Altersgruppe – insgesamt nahmen im Schuljahr 2016/17 über 200.000 Schülerinnen und Schüler bundesweit teil – bedeutet zudem, dass Till in das Alumniprogramm der Hertie-Stiftung aufgenommen worden ist. Er bleibt damit nicht nur dem Anliegen, über das Debattieren politische Partizipation und Demokratie zu erleben und zu fördern, verbunden, sondern wird in den nächsten Jahren in dem sich hervorragend aufgestellten Kreis ehemaliger Bundessiegerinnen und -sieger neue Anregungen und Kontakte sammeln. Till ist bereits der zweite OHG-Abiturient, der diesen Sprung geschafft hat; 2006 gelang dieses Marlén Schiche.

Und 2018? Wer gesellschaftlich neugierig ist und motiviert ist, neue Themengebiete nicht nur inhaltlich zu durchdringen, sondern diese Kenntnisse im Rahmen einer Debatte auch anzuwenden, wendet sich bitte an Herrn Jaek oder an unsere Deutsch- und Politiklehrerinnen und -lehrer. Vielleicht bist Du es ja, die/der als siebte OHG-Debattantin bzw. siebter OHG-Debattant im nächsten Juni nach Berlin zur Endrunde reist.

Quelle/Copyright aller Fotos: "Jugend debattiert/Hertie-Stiftung"

Till Koch gewinnt Landesfinale (18.03.2017)

Till Koch gewinnt Landesfinale bei "Jugend debattiert"

(bt.) Till Koch, Schüler in der Oberstufe des Otto-Hahn-Gymnasiums Göttingen, hat am 07. März 2017 das Landesfinale des bundesweiten Wettbewerbs "Jugend debattiert" gewonnen. Er wird somit als Landessieger in der Altersgruppe 2 (Klassenstufe 10-Q2) Niedersachsen im Bundesfinale vertreten, das am 17. Juni 2017 unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in Berlin stattfindet.

Till qualifizierte sich für die Finaldebatte in Hannover in zwei Qualifikationsrunden, wobei die zweite, so Till, "echt hart war." Dort lautete die Streitfrage, ob für Innenstädte grundsätzlich nur noch E-Autos zugelassen werden sollten.

In einer Debatte debattieren immer vier Schülerinnen und Schüler, wobei sie entweder die Pro- oder die Kontraposition vertreten. Die besten vier erreichen schließlich das Finale und dort geht es für den ersten und den Zweitplatzierten eine Runde weiter. Für die Finaldebatte hatte sich Till dann ganz offensichtlich richtig in Form gebracht; dort lautete die Streitfrage: "Sollen DNA-Beweise zur Ermittlung des äußeren Erscheinungsbildes herangezogen werden?"

Tills Tutor am OHG, Herr Sönke Jaek, ist stolz auf seinen Schüler: "Wann schläft der Kerl?", fragt er sich angesichts der Belastungen, die Till zur Zeit in der Schule zu stemmen hat. Im April steht für ihn das Abitur an und gerade hat er noch den Beitrag für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten fertiggestellt. Eine hohe Leistungsbereitschaft und Kompetenz attestiert er seinem Tutanten, der sich schon dadurch "selbst für das Finale qualifiziert habe", so sein Tutor. Übrigens ist Till der dritte Landessieger, den das OHG stellt; insgesamt haben bis dato fünf Schülerinnen und Schüler das Bundesfinale erreicht, denn auch die Zweitplatzierten qualifizieren sich für die nächste Runde. Im Jahre 2006 konnte Marlen Schiche sich in den Vorrunden in Berlin durchsetzen und errang schließlich einen großartigen dritten Platz in der Finaldebatte in Anwesenheit des Bundespräsidenten.

Gefragt nach seinen Erwartungen für die Finaldebatten in Berlin äußert Till, dass es sicherlich schwerer, aber auch noch spannender werde. Er rechnet mit international ausgerichteten Themen, komplexeren Dimensionen und er freut sich darauf, auch wenn er dafür u.U. den Abiball des OHGs (in der Lokhalle) sausen lassen muss, denn der findet am Vorabend der Finaldebatte (in Berlin) statt.

 

GT vom 18.03.2017

Regionalfinale im Ratsaal der Stadt Göttingen (26.01.2017)

Till vertritt OHG beim Landesfinale

(bt.) Das große Regionalverbundfinale Südniedersachsen wurde am 26. Januar 2017 im großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses in Göttingen ausgetragen und von Stadtrat Lieske, der in seinem Dezernat u.a. auch für die Schulen verantwortlich ist, eröffnet. In einer "knisternden und hochspannenden" Debatte, über der "ein Zauber", so Sönke Jaek, Regionalverbundkoordinator, lag, erreichte Till Koch (Tut. JK) einen hervorragenden 2. Platz. Dieser sichert ihm die Teilnahme an den Qualifizierungsdebatten auf Landesebene.

Lieske betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es – für Jung und Alt – es sei, gerade in diesen Zeiten eine gute Debattenstruktur zu pflegen, denn dies diene der Demokratie. "Wir Demokraten", so Lieske, "müssen unsere Schmerzpunkte benennen, sonst überlassen wir das Feld den Antidemokraten! Deutschland braucht eine neue Debattenkultur – für Jung und Alt." Des Weiteren rief er zu Fairness, gepaart mit Leidenschaft auf: "Man streitet nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen; wenn das Herz aber überläuft, dann bitte wieder den Kopf einschalten!"

Das Finale wurde zunächst in der Altersgruppe I (Klasse 8-9) ausgetragen. Es debattierten hier zu der Frage: "Sollen im Deutschunterricht regelmäßig längere Gedichte auswendig gelernt werden?" zwei Schüler des MPG gegen eine Schülerin und einen Schüler des Eichsfeldgymnasium Duderstadt. Das Ticket fürs Finale lösten Jonas Margraf (MPG) und Elisa Graimann (EGD).

In einer hochklassigen Debatte zu der Frage, ob das Betteln in den Innenstädten verboten werden soll, setzte sich Michel-Max Blessin (MPG) vor Till Koch vom OHG durch. Auf den weiteren Plätzen folgten Christian Zochowski (Hainberg Gymnasium) und Annike Rosenberg vom Corvinianum in Northeim.

Alle Sieger werden nun von der Herthie-Stiftung und dem Kultusministerium zu einem mehrtägigen Trainingscamp nach Bad Nenndorf eingeladen, um sich auf die Landesfinaldebatten vorzubereiten. Sollte Till dort auch mindestens Platz 2 belegen, würde er das OHG als Landessieger im Bundesfinale in Berlin vertreten.

Einen kleinen Wermutstropen gab es aber dennoch: Unsere Schulsieger in der Altersklasse II konnten gar nicht antreten! Als der Schulverbundwettbewerb lief, war Tammo Kratzin mit seinem eA-Kurs beim Planspiel POLIS in Torfhaus und Sarah Borchert war mit dem Skikompaktkurs im Zillertal. Till hat das mit seiner hervorragenden Debattierkompetenz quasi herausgerissen – und es zeigt, dass das OHG eine gewisse Leistungsdichte aufzuweisen hat; trotzdem ist es wünschenswert, die Termine so zu legen, dass sie nicht mit parallel liegenden Schulveranstaltungen kollidieren.

Das GT berichtet

GT vom 28.01.2017

12. Schulentscheid am OHG (13.01.2017)

12. Schulentscheid am OHG

OHG fürs Regionalverbundfinale gut aufgestellt

(bt.) Traditionell findet im Januar – Freitagnachmittag – der Schulentscheid des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend debattiert“ im OHG statt. Sönke Jaek, der nicht nur den Schulwettbewerb im OHG organisiert, sondern auch als Koordinator des Regionalverbundes Göttingen fungiert, konnte 20 Schülerinnen und Schüler für den Schulentscheid begrüßen.

Diese argumentierten in spannenden Debatten in den beiden Altersgruppen (Altersgruppe I sind die Klassen 8 und 9, Altersgruppe II die Klasse 10 sowie Q1 und Q2) zu folgenden Streitfragen:

Altersgruppe I, erste Runde: „Sollen in der Schule allen Schülerinnen und Schülern Schließfächer zur Verfügung stehen?“ Zweite Runde: „Soll an allgemeinbildenden Schulen die handwerkliche Ausbildung gestärkt werden?“

Altersgruppe II, erste Runde: „Sollen bei allgemeinen Wahlen Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen dürfen?“ Zweite Runde: „Soll für die Nutzung von Sozialen Medien eine Klarnamenpflicht eingeführt werden?“

Das Ankündigungsplakat enthielt auch die Einladung an die Schulöffentlichkeit, den Debatten beizuwohnen, allein: Es blieb – von kleinen Ausnahmen abgesehen – eine geschlossene Veranstaltung. „Das ist doch sehr schade, denn wir haben wirklich gute Debatten erlebt, die ein Publikum verdient hätten“, so Frau Rauhaus, die mit zu den Juroren zählte. Sie hatte auch eine Idee, wie man die Situation verändern könnte: Die Veranstaltung könne in eine 5. und 6. Stunde gelegt werden, sodass alle Schülerinnen und Schüler, die zuschauen möchten, weitaus weniger „unproblematisch“ dabei sein könnten. Ein Versuch wäre das allemal wert – schauen wir mal, was 2018 bringt ...

In den Debatten setzten sich durch und werden das OHG im Regionalwettbewerb, der am 25. Januar 2017 ab 14.30 Uhr im FKG stattfindet (und übrigens auch offen für Zuschauer ist) vertreten: Greta Hunkel und Amelie Siebert (als Vertreter stehen Jan Söder und Tamina Schuchardt bereit) in der Altersgruppe I sowie Tammo Kratzin und Sarah Borchert in der Altersgruppe II (Nachrücker wären hier Till Koch und Daniel Fleischmann).

 

Und vielleicht finden sich ja eine Reihe von Mitschülerinnen und Mitschüler, die Greta, Amelie, Tammo und Sarah unterstützen und erleben wollen. Es lohnt sich, zumal den Siegerinnen und Siegern dann die Finaldebatten im Sitzungssaal des Neuen Rathauses tags drauf winken, um dort die Fahrkarte für das Landesfinale zu lösen.